Das typische Bild
Die Feuchte steht unabhängig vom Wetter, auch nach Wochen ohne Regen. Sie hört auf einer bestimmten Höhe auf, oft zwischen 50 und 150 Zentimetern, und diese Höhe ist an allen Wänden ähnlich.
Oben am Rand sitzt häufig ein weißer, pulvriger Saum. Das sind Salze, die das Wasser aus dem Mauerwerk mitgebracht hat und die beim Verdunsten zurückbleiben.
Abgrenzung: Kondensat und seitliches Wasser
Kondenswasser zeigt sich vor allem im Sommer, glänzt eher als dass es dunkel wird und sitzt an der kältesten Fläche, nicht in gleichmäßiger Höhe.
Seitlich eindringendes Wasser folgt dem Regen: die Flecken werden nach einem Guss größer und trocknen danach ab. Sie sind meist auf eine Wandseite beschränkt.
Was dagegen wirkt
Gegen aufsteigende Feuchte hilft nur eine neue Sperrschicht im Mauerwerk. Dafür gibt es zwei Wege, und welcher passt, hängt vom Mauerwerk ab.
- Injektion: In eine Bohrlochreihe wird ein abdichtendes Mittel eingebracht, das sich im Mauerwerk verteilt und die Kapillaren schließt. Ohne Aushub, auch im bewohnten Haus.
- Mauersägeverfahren: Die Wand wird abschnittsweise aufgeschnitten und eine Sperrbahn eingeschoben. Aufwendiger, aber bei durchgehendem Fugenbild sehr zuverlässig.
- Sanierputz danach: Er nimmt die verbliebenen Salze auf und lässt die Wand austrocknen, ohne wieder abzuplatzen.
Wann Sie uns nicht brauchen
- Der Feuchterand steht nur an einer Wand und wird nach Regen deutlich größer. Dann ist es seitlich eindringendes Wasser, und eine Horizontalsperre allein bringt nichts.
- Die Wand ist erst seit dem Rohrbruch feucht. Das ist ein Wasserschaden: erst trocknen, dann sehen, ob überhaupt etwas abzudichten ist.
- Im Neubau mit intakter Sperrbahn: dort ist Feuchte fast immer Bau- oder Kondensfeuchte und verschwindet mit richtigem Lüften und Heizen.
Häufige Fragen
Wie hoch steigt Feuchtigkeit im Mauerwerk?
Das hängt vom Baustoff ab. Bruchstein und alte Ziegel saugen stark, dort stehen Feuchteränder oft über einem Meter hoch. Die Höhe stellt sich dort ein, wo nachlaufendes Wasser und Verdunstung sich die Waage halten.
Funktioniert eine Injektion in nassem Mauerwerk?
Sie braucht die richtige Vorbereitung. Sehr nasse Wände werden vorher getrocknet oder es wird ein Mittel gewählt, das auch bei hoher Durchfeuchtung reagiert. Deshalb wird vorher gemessen und nicht geschätzt.
Muss der alte Putz ab?
Im betroffenen Bereich in der Regel ja, und meist ein Stück darüber hinaus. Der alte Putz ist salzbelastet; bleibt er drauf, zieht er weiter Feuchtigkeit und die neue Oberfläche hält nicht.
Ihr Fall sieht anders aus? Wir sehen ihn uns an.
