Die fünf Ursachen und ihr Schadensbild
Jede Ursache hinterlässt ein eigenes Muster an der Wand. Wer das Muster liest, weiß meist schon, in welche Richtung es geht.
- Aufsteigende Feuchte: ein waagerechter Rand in ungefähr gleicher Höhe rundum, oft mit weißem Salzsaum darüber. Ganzjährig, unabhängig vom Wetter.
- Seitlich eindringendes Wasser: dunkle Flecken auf einer Wandseite, stärker nach Regen, oft an der Bergseite oder unter der Kellertreppe.
- Drückendes Grundwasser: Wasser tritt an der Wand-Boden-Fuge oder aus der Bodenplatte aus, manchmal nur bei hohem Grundwasserstand.
- Kondenswasser: feuchte Flächen im Sommer, glänzend statt dunkel, am stärksten an der kältesten Wand. Verschwindet im Winter.
- Hygroskopische Feuchte: die Wand ist fleckig feucht ohne Wasserquelle. Salze im Mauerwerk ziehen Wasser aus der Luft.
Wann sich zwei Ursachen überlagern
In alten Häusern liegt selten nur eine Ursache vor. Eine undichte Außenwand durchfeuchtet das Mauerwerk, die Feuchte transportiert Salze, und die Salze halten die Wand danach feucht, obwohl von außen längst nichts mehr nachläuft.
Deshalb wird eine Wand, die nach einer Abdichtung noch feucht bleibt, nicht automatisch falsch abgedichtet. Genauso oft steckt Salz im Putz, und dann hilft kein weiterer Anstrich, sondern ein Sanierputz.
Was wir vor Ort machen
Wir sehen uns den Keller an, messen die Feuchte im Mauerwerk und schauen, wie hoch sie steht und wie sie verteilt ist. Dazu kommt der Blick nach draußen: Gefälle, Fallrohre, Lichtschächte, Kellertreppe.
- Feuchtemessung an mehreren Stellen, nicht nur an der auffälligsten
- Höhe und Verlauf des Feuchtebandes aufnehmen
- Salzränder und Putzschäden erfassen
- Außenseite prüfen: wohin läuft das Wasser vom Dach und von der Fläche
Wann Sie uns nicht brauchen
- Die Wand ist nur nach dem Duschen oder Wäschetrocknen feucht und nach zwei Stunden wieder trocken. Das ist Lüftungsverhalten, kein Abdichtungsfall.
- Im Sommer beschlägt die kalte Kellerwand, wenn das Fenster tagsüber offen steht. Dann hilft, nachts oder früh morgens zu lüften, und sonst nichts.
- Ein einzelner feuchter Fleck direkt an einem Rohr: das ist ein Fall für den Sanitärbetrieb, erst danach für uns.
Häufige Fragen
Kann ich die Ursache selbst feststellen?
Die Richtung ja: Höhe und Verlauf des Feuchtebandes, der Zusammenhang mit Regen und die Jahreszeit sagen schon viel. Sicher wird es erst mit einer Messung, weil eine Wand nach außen trocken aussehen kann, während im Mauerwerk noch Wasser steht.
Hilft es, die Wand einfach zu streichen?
Nein. Farbe hält das Wasser nicht auf, sie verdeckt es nur. Meist drückt die Feuchte den Anstrich nach einigen Monaten wieder ab, und in der Zwischenzeit trocknet die Wand schlechter als vorher.
Muss immer gegraben werden?
Nein. Gegen aufsteigende Feuchte hilft eine Horizontalsperre ohne Aushub. Gegen seitlich eindringendes Wasser ist die Abdichtung von außen die gründlichere Lösung, von innen wird gearbeitet, wenn außen kein Zugang besteht.
Ihr Fall sieht anders aus? Wir sehen ihn uns an.
